"Das Leben ist wie ein Buch: Wer nicht reist, liest nur eine Seite davon."

Jean Paul (1763 - 1825)

Freitag, 25. Dezember 2009

Navidad!!!

Ein Tagesbericht:

Ich stehe relativ frueh (halb zehn) auf, weil ich heute unbedingt noch Plaetzchen bakcen will und ausserdem sowieso nicht mehr schlafen kann ;). Heute ist Weihnachten, nicht zu glauben. Zuerst mal verschicke ich ein paar Mails, gucke ein bisschen Fernsehen - selbstverstaendlich einen Weihnachtsfilm - und fange dann mit den Plaetzchen an. Alles ist noch ruhig, meine Mama ist bei der Arbeit und die Maedels schlafen noch. Spaeter steht Car auf und geht mit Paris, einer unserer Katzen zum Tierarzt. Sie ist tragend, kugelrund und es scheint, dass es jetzt langsam mal an der Zeit waere, ihre Kinder zu bekommen. Der Tierarzt gibt ihr eine Spritze, die die Wehen einleiten soll, wenn sie die Babys bis heute nachmittag nicht hat, muesste man einen Kaiserschnitt machen (sagt man bei Katzen doch bestimmt auch so oder?).
Nach dem Mittagessen fahre ich mit Car ins Zentrum, sie braucht noch ein Geschenk fuer Pao und will sich Klamotten kaufen. Die Laeden und Strassen sind ueberfuellt, es ist unglaublich, wie verrueckt die Leute heute sind (obwohl eigentlich gehoeren wir ja auch zu den Verrueckten, sonst saessen wir wohl jetzt zu Hause :P). Wir sind gerade am Schuhe aussuchen fuer Pao, als wir eine SMS von ihr bekommen, dass schon zwei Babys geboren sind, und wohl auch noch einige fehlen. Spaeter zu Hause sind dann alle da, fuenf winzige suesse Weihnachtskaetzchen... ;)
Inzwischen ist es schon recht spaet, ich dusche mich schnell, weil ich mit Juli und Majo (zwei Freundinnen von mir) in die Kirche gehen will. Die Messe ist ganz schoen,ziemlich aehnlich zu den Gottesdiensten in Deutschland. ABer es ist keine besondere Messe, In Deutschland ist zu Weihnachten immer alles viel festlicher... Trotzdem ist es schoen, mal wieder in der Kirche zu sein, als ich mich nach der Kommunion hinknie, fange ich automatisch auf Spanisch an zu beten, und bemerke es erst, als mir ein Wort fehlt :D
Auf dem Rueckweg bin ich dann irgendwie richtig weihnachtlicher guter Laune, auch wenn es relativ warm ist und in den Hausern, an denen ich vorbeikomme, doch eher Reaggeton, als "Oh du froehliche" laeuft.
Zu Hause angekommen ist schon der grosse Tisch gedeckt, ansonsten ist aber alles wie immer: Im Fernsehen laeuft die TElenovela, der Computer ist an.... Beim Essen ist ees auch nicht viel anders, der Fernseher laeuft, staendig ist jemand am telefonieren und kaum aufgegessen, springt Pao auf und widmet sich facebook, Car faengt schon mal an, sich fuer spaeter die Haare zu glaetten. Ich muss irgendwie schlucken, die ganze Zeit hatte ich Deutschland nicht wirklich vermisst, hatte immer was zu tun und gar nicht die Moeglichkeit, gross darueber nachzudenken, was wohl meine Familie gerade macht. DAnn liesst Mabel die E-Mail, die meine Eltern ihr geschrieben haben und oeffnet den Anhang: Ein Video. Marie, mit Weihnachtsmuetze, spielt am Klavier ein Weihnachtslied und danach sehe ich meine ganze Familie, wie sie uns froehliche Weihnachten wuenscht, der Tannenbaum im Hintergrund und da fange ich dann entgueltig an zu heulen. Pao umarmt mich und hat auch gleich Traenen in den Augen und Mabel drueckt mich ganz fest und sagt mir, jetzt waere ich doch bei ihnen. Und irgndwie tut das so verdammt gut und und es geht mir schon viel besser.
Um 12 Uhr stossen wir an, schnell werden die Geschenke aufgerissen, aber kaum fuenf Sekunden angeguckt, es ist Zeit fuer das Feuerwerk. Spaeter gehe ich zu Majo nach Hause, wo wir uns mit den ganzen Maedels treffen, die Freunde von ihrem Bruder sind auch da... Also Weihnachtsparty bis es morgens hell wird und ich nach Hause laufe.. :)

Ein Weihnachten mal ganz anders, weniger gemuetlich und ruhig, eher silverstermaessig mit Feuerwerk und Party... Aber auch wenn mir das deutsche Weihnachten eindeutig besser gefaellt, war es doch schoen...Weihnachten halt :)

Sonntag, 20. Dezember 2009

Noch vier Tage bis Weihnachten und mein Geburtstag ist schon wieder vorbei... Es war echt ein toller Tag. Abends um zwoelf hat ein Wecker geklingelt und meine Familie hat mir gratuliert und ein Geburtstagslied gesungen. Sie haben mir Schuhe fuer Carlas Abschlussball am naechsten Abend geschenkt, top Idee, die fehlten mir noch ;) Am naechsten Morgen kam der Grossvater vorbei und hat mir eine Torte vorbeigebracht, spaeter haben mich meine Freundinnen eingeladen. Super lieb, sie haben mir Kuchen gebacken und ein Plakat gemacht, war ein echt schoener Nachmittag. Als ich auf dem Weg nach Hause war, habe ich eine SMS von Pao bekommen, Lisa haette angerufen und wuerde sich in einer halben Stunde nochmal melden. Ich, total am Strahlen, bin fast nach Hause gerannt und habe ganz ungeduldig gewartet, dass endlich das Telefon klingelt. Mit meiner ganzen lieben Bromennen-Familie habe ich gesprochen, es war das schoenste Geburtstagsgeschenk von allen. :) Abends war dann der Abschlussball meiner grossen Schwester, der auch super war. Das ganze fand in einem Salon statt, total schoen gemacht mit Lichtern und so. Wir haben erst gegessen, zwischendurch gab es immer Dia-Praesentationen mit Fotos und Videos. Dann fing die Musik an, mit meinen Freunden haben wir so viel getanzt, dass es nicht lange gedauert hat, bis mir die Fuesse (verdammt) weh taten... Irgendwann haben wir einfach die Schuhe ausgezogen und barfuss weitergemacht :D
Jetzt warte ich ganz gespannt auf Weihnachten, ich hoffe meine Paeckchen kommen noch an, morgen gehe ich mal zur Post und frage nach :)
Ansonsten ist alles ganz normal, wir haben jetzt erstmal drei Monate Ferien, es ist super heiss und schwuel, nur gelegentliche Regenschauer kuehlen die Luft ein wenig ab. Gestern hat es zum Beispiel super viel geregnet, die Strassen sahen aus wie Baeche, weil es hier keine Gullis oder so gibt, alles muss durch die Erde versickern.
Heute ist Nora, das andere deutsche Maedchen zurueck nach Deutschland geflogen. War irgendwie voll das komische Gefuehl am Flughafen, ich will mir nicht vorstellen, in 7 Monaten da zu stehen und mich verabschieden zu muessen, obwohl ich mich natuerlich auf Deutschland freue. Ich musste auch daran denken, dass Pao in einem Monat etwa schon fuer fuenf Monate nach Australien geht, ich hoffe, sie kommt wieder, bevor ich fahre...

Freitag, 4. Dezember 2009

Ihr wisst nicht, was mir gerade passiert ist... Ich bin von der Schule nach Hause gekommen, alleine, weil ich eher aus hatte, hab die Tuer aufgeschlossen und wurde von dem Piepen der Alarmanlage begruesst. Das Piepen ist sozusagen der Countdown bis sie los geht, man hat glaub ich zehn Sekunden um die Geheimnummer einzugeben. Jetzt war aber mein Problem, dass diese Nummer nicht mehr genau wusste. Meine Gastmama hat sie mir zwar mal gesagt, aber bisher hat sie immer jemand anders eingegeben und wenn ich alleine nach Hause gekommen bin, war die Alarmanlage immer aus. Ich, also schnell die Nummer eingetippt, die ich im Kopf hatte, aber leider hat es nicht aufgehoert zu piepen und dann fing diese bescheuerte Sirene auch schon an.... Ich stand ungefaehr zehn Minuten vorm Haus und hab versucht, eine meiner Schwestern oder meine Mutter zu erreichen, aber irgendwie ist keiner an sein Handy gegangen. Irgendwann kam dann eine Nachbarin und hat auch noch mal versucht, Mabel zu erreichen und dann hat sie auch endlich geantwortet und mir die Nummer gesagt (das sind vier Ziffern, die letzte hatte ich falsch eingegeben), sodass ich dieses Teil ausstellen konnte. Ich hatte ein Herzklopfen :D Als ich die Tuer hinter mir abgeschlossen habe und alleine im Haus war hab ich erstmal angefangen zu heulen, das war irgendwie ein Schreck ;) Vor allem habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendwie Polizei oder so kommt, ich mein, sonst hat die Alarmanlage doch nicht viel Sinn oder? Normalerweise muesste mich jetzt auch noch jemand anrufen und nach dem Passwort fragen (das ich Gott sei Dank kenne), aber bisher ist noch nichts passiert. Mal ganz abgesehen davon, dass die Sirene ziemlich laut ist und vielleicht ein paar Nachbarn stoert hat sie also scheinbar nicht sonderlich viel Sinn. In der viertel Stunde haette ich das ganze Haus ausrauben koennen :D Zum Glueck hatte ich ja keine schlechten Absichten... ;)

Ach ja, und jetzt noch eine Ergaenzung fuer die Liste unten:

* Die Leute fahren hier auch Auto, wenn sie was getrunken haben.

* Man lernt das Fahren hier nicht in einer Fahrschule, sondern probiert es einfach mit irgendjemandem aus und wenn man´s einigermassen kann macht man die Pruefung. Heisst also, die Jugendlichen fahren hier gerne auch mal ohne Fuehrerschein ;)

Dienstag, 1. Dezember 2009

In Argentinien ist fast alles legal. Selbst Illegales...

* Fuer das Kaufen von Alkohol und Zigaretten gibt es zwar Gesetze, nach einem Ausweis hat aber noch nie jemand gefragt. In der Disko ist es auch eher selten passiert, dass wir nicht reingekommen sind, obwohl der Eintritt teilweise eigentlich erst ab 21 war...

* Auch wenn es eigentlich verboten ist, CDs und DVDs zu kopieren, kann man im Kiosk an der Ecke fuer $5 (umgerechnet weniger als 1€) gebrannte Filme kaufen...

* Geschwindigkeitsbegrenzungen (wenn es welche gibt) werden generell nicht eingehalten...

* Es gibt in den meisten Autos zwar Sicherheitsgurte, aber sie werden nicht wirklich viel benutzt (ich spreche jetzt mal fuer meine Familie, aber ich glaube, sie sind nicht die einzigen)

* Ich sehe hier jeden Morgen ein paar Arbeiter auf dem Weg zu ihrer Baustelle: ein Truck und 10 Maenner hinten auf der Ladeflaeche...

* Das ist noch nicht alles, aber der Rest faellt mir gerade nicht ein ;)

Montag, 30. November 2009

Ich weiss nicht, ob ich das schon mal geschrieben habe, wir hatten letztens in der Schule einen Vortrag in Sexualkunde... Ein Thema dabei war Abtreibung. Und das ist hier irgendwie ein Aspekt, der mal zeigt, dass die Argentinier doch sehr viel "altmodischer" (mir faellt gerade kein gutes Wort ein) sind als wir Deutschen.In Deutschland wird das Thema ja recht offen behandelt, man darf nach einer bestimmten Beratung abtreiben und die Meinungen sind halt geteilt. Hier ist Abtreibung illegal und alle sehen das nur als Mord und schlecht an.. Und so generell ist das Thema Sex, Verhuetung und so weiter hier laengst nicht so ein offenes Thema, unter den Erwachsenen jedenfalls nicht. Es gibt auch viel mehr junge Maedchen als in Deutschland, die schwanger werden. Ich habe in meiner Klasse ein Maedchen, dass einen dreimonatigen Sohn hat. Ich habe mich mit ein paar Freundinnen von ihr darueber unterhalten, wie sie das alles macht und so..Ich glaube, sie kommt ganz gut zurecht, ihre Grosseltern helfen ihr viel, sie geht zur Schule und macht auch was mit Freunden. So richtig kriege ich das aber nicht mit. Ich habe gesagt, dass ich es ueberhaupt nicht verstehen kann, wie man in der heutigen Zeit so bloed sein kann und einfach nicht aufzupassen und schwanger zu werden. Da meinte eine von den Maedels, fuer sie sei das nicht der Fehler gewesen. Milena (so heisst die Mutter) habe sich durch das Baby naemlich total zum Guten veraendert. Vorher war sie wohl eher oberflaechlich und irgendwie "schlampig". Seit sie das Kind hat, verstehen sie sich alle viel besser mit ihr, sie ist viel netter und offener geworden. Der Fehler waere das erste Mal gewesen, sie sei naemlich schon einmal schwanger gewesen und habe da aber das Kind abgetrieben. Ich war irgendwie geschockt, ich meine, dass sie aus diesem ersten Mal nicht gelernt hat und gleich nochmal schwanger geworden ist, ist doch irgendwie unglaublich. Naja, aber ich mag sie eigentlich gern und wie es scheint, ist sie gluecklich mit ihrem Kind...
Was hier auch so ein Tabu-Thema ist, ist Homosexualitaet. Es gibt zwar Gay-Discos und auch genuegend homosexuelle Paerchen, aber in der Oeffentlichkeit hat man das zu verschweigen. Meine Gastmama meinte auch zum Beispiel letztens: Nein, ich akzeptiere keine homosexuellen Paerchen. Wir haben ein bisschen diskutiert, weil ich der Meinung bin, dass jeder so sein koennen sollte, wie er will, aber sie fand das total schrecklich. Am Ende meinte sie, hoechstens unter Frauen waere das ok, aber unter Maennern, nein, auf keinen Fall. Das finde ich jetzt allerdings noch bescheuerter, als das generell abzulehnen, wo ist denn da bitte der Unterschied?? Naja, es gibt wahrscheinlich auch in Deutschland genug Leute mit dieser Ansicht, aber ich fand das irgendwie bloed. Das sind so typische Sachen, wo die Leute einfach ihre feste Ansicht haben und gar nicht auf die Idee kommen wuerden auch mal eine andere Meinung auch nur zu ueberdenken... ;)

Dienstag, 24. November 2009

Mit dem Regen, der jetzt endlich mal eingesetzt hat (oft allerdings nur ein Nieseln) kommt auch die feuchte Luft. Heute war es zwar nicht besonders warm, aber man hat sich gefuehlt, wie in den Tropenhaesern im Zoo. Echt hammer hier, das Wetter, erst diese trockene mega Hitze und jetzt eine Luftfeuchtigkeit von 94% (!!!) ... Hab extra grad nachgeguckt ;)

Jetzt am Abend ist es aber ein bisschen kuehler und schoener, hab mich deshalb entschlossen, joggen zu gehen. Leider ist mir auf dem Weg mein Mp3-Player runtergefallen und hat dann erstmal zehn Minuten nicht funktiniert ... Ich hasse joggen ohne Musik, da hab ich viel weniger Kondition und krieg sofort Seitenstiche (bloedsinnig eigentlich ;) )... Naja, zum Glueck tat das Teil dann irgendwann wieder. Mir kamen die ganze Zeit andere Jogger und Fahrradfahrer entgegen, was mich allerdings nicht daran gehindert hat, laut mit der Musik mitzusingen :D Irgendwie hats mich nicht gestoert, dass sie mich alle angeguckt haben...

Eine andere Sache... Ich hab bestimmt schon mal geschrieben, dass einem die Maenner immer hinterherrufen und hupen und so... Naja, wenn ich zum Beispiel zum Klavier laufe (ungefaehr 15 Minuten zu Fuss), dann gibt es bestimmt drei Maenner, die pfeifen oder mir etwas zurufen und noch mal einige mehr, die mir einfach nur hinterherglotzen. Am Anfang hat mir das richtig Angst gemacht, ich bin nicht gerne alleine auf die Strasse gegangen, weil ich immer gleich gedacht habe, oh nein, der will mich klauen... Inzwischen bewege ich mich hier fast genauso frei und unbesorgt wie in Deutschland. Stoeren tun mich diese Typen zwar immer noch, aber ich hab mich dran gewoehnt. Heute ist es mir allerdings zweimal passiert, dass es Taxifahrer waren, die mir aus dem offenen Autofenster etwas zugerufen haben. Und obwohl es naiv ist, zu glauben, Taxifahrer waeren alles nette Menschen und ganz anders als die anderen Maenner, hab ich da nur so gedacht, Schreck, du bist ein Taxifahrer, du darfst das nicht, dir muss ich doch vertrauen koennen, beim naechsten Mal sitze ich vielleicht bei dir im Auto. Hier faehrt man naemlich viel Taxi, weil einfach super billig und bequem ist, und es kommt auch oefters vor, dass ich (tagsueber) mal alleine im Taxi sitze. Im Allgemeinen passiert da ja auch nichts, aber trotzdem fand ich das irgendwie eine unangenehme Erfahrung.

--> Mama, wehe du schreibst mir jetzt eine Email, dass ich bitte aufpassen soll, zu wem ich ins Auto steige, ich passe schon auf ;)

Dienstag, 17. November 2009

Jetzt muss ich mal ausfuehrlich von meinem Wochenende berichten. Das war naemlich echt super....

Am Donnerstagnachmittag bin ich mit 15 anderen Leuten aus meiner Schule und drei Lehrerinnen losgefahren nach San Fransisco de Chañar, ein armes Dorf im Norden von Córdoba. Bis Samstag wollten wir dort bleiben und eine kleine Schule in der Pampa besuchen und dort helfen...Bevor es losging haben wir uns alle in der kleinen Aula unserer Schule in Córdoba versammelt und die ersten Klassen hatten eine Verabschiedung fuer uns vorbereitet. Sie hatten Geld und Spielzeug fuer die kleine Schule gesammelt und Plakate gemacht, die uns viel Glueck bei der Mission wuenschten. Dann wurde uns noch jeder eine Kette mit einem kleinen Holzkreuz ueberreicht, das uns beschuetzen sollte. Wir haben gebetet und danach ging es dann endlich los. Schon die dreistuendige Busfahrt war lustig, ich habe mich mal mehr mit ein paar Maedchen unterhalten, mit denen ich sonst eigentlich nichts zu tun habe und wir haben uns echt super verstanden.
Das Dorf war wider aller Erwartungen total huebsch und gepflegt, wir wurden herzlich empfangen, die Leute hatten extra Matratzen zum Schlafen fuer uns gesammelt, was uns freudig ueberraschte, fast niemand hatte naemlich eine Luftmatratze dabei. Den Abend haben wir auf dem Dorfplatz verbracht, das erste, was uns auffiel, war die Sauberkeit, es lag kein Papierschnipsel herum - ein Unterschied zur Grossstadt Córdoba... Was den anderen auch besonders erschien (fuer mich war es eher normal, schliesslich bin ich gebuertiger Doerfler ;)), war dass die Kinder alleine auf der Strasse gespielt haben.. Sie waren alle super suess, ein Kind hat spaeter ihrer Mutter erzaehlt: Mama, da war ein Maedchen, die konnte nicht reden. Die spricht richtig schlecht, sie konnte es einfach nicht. Und dann hat die Mama ihr erklaert, dass das daran liegt, dass das Maedchen aus Deutschland kommt und das Kind hat gefragt: Deutschland, was ist das?... Super lustig, das sind dann so Dinge, die die Kinder in diesen Doerfern einfach nicht mitbekommen. Dieser erste Abend war richtig schoen gemuetlich, wir sassen alle zusammen auf dem Platz, haben gegessen und ein bisschen gesungen, ein Maedchen hatte naemlich eine Gitarre dabei...
Am naechsten Tag wurden wir um 6 Uhr geweckt und um sieben gings los zu der kleinen Schule. Eine Stunde Busfahrt durch die Pampa - Die Landschaft bestand aus trockener Erde und Graesern und dunkelgruenen Pflanzen. Die einzigen Farbtupfer waren ein paar bunte Blueten einiger Baeume und Kakteen. Alle 20 Minuten kam mal ein kleiner Hof, ein paar Kuehe, Pferde und Huehner. Und dann waren wir angekommen.
Ein weisses kleines Gebaude mit einem Schild dran, das zeigte, dass dies eine Schule war. Es gab ein Klassenzimmer, eine Mini-Kueche und einen Essensraum und Toiletten. Die ungefaehr 20 Kinder, die taeglich teilweise zwei Stunden von den abgelegenen Hoefen zur Schule laufen, blickten uns neugierig an. Wir luden die Sachen aus (Trinkwasser fuer uns - das Wasser aus dem Hahn dort ist nicht trinkbar), Spielzeug und natuerlich die Farbe usw. zum Anstreichen)... Waehrend wir dann mit der Arbeit begannen und das Klassenzimmer leerraeumten, Stuehle und Tische abschmiergelten und mit dem Streichen begannen, machten die Schueler draussen mit Trommeln Musik und tanzten Folkloretaenze, ein Lehrer spielte Gitarre. Dann gab es Fruehstueck, erst fuer die Kinder und dann fuer uns und danach ging es mit der Arbeit weiter. Obwohl die Sonne inzwischen schon ziemlich hoch stand und es bestimmt schwuele 35 Grad waren, ging niemandem die Motivation verloren. Wir schmiergelten und strichen die Waende bis alle farbverschmiert und kaputt waren. Als wir innen fertig waren ging es ans sauber machen. Nicht nur wir sondern auch der Boden hatte einiges an Farbe abbekommen, die es jetzt mit Lappen und Buersten abzukratzen galt. Auch das war relativ schnell geschafft, da wir viele Leute waren. Um zwei Uhr gab es Mittagessen und um vier waren wir zurueck in dem kleinen Dorf. Dort gab es dann noch eine Ueberraschung, man hatte uns vorher gesagt, dass wir uns nicht duschen koennten, weil es ja im Moment so wenig Wasser gibt.Das war dann aber doch moeglich, zwar nur kurz und mit kaltem Wasser aber das stoerte niemanden. Zwei Stunden spaeter gingen wir alle frisch geduscht und mit sauberen Klamotten zur Eisdiele und verbrachten den Rest des Abends wieder auf dem Dorfplatz. Zu reden gab es viel, so viele Eindruecke hatte der Tag gebracht. Die Armut hier war leicht zu erkennen. Alles war viel einfacher, mir waren viele Kinder und Frauen aufgefallen, die verfaulte Zaehne hatten, aber trotzdem waren diese Menschen nicht ungluecklich als wir. Im Gegenteil, sie hatten eine beeindruckende Lebensfreude. Eine schoene Situation war zum Beispiel, als wir ein paar Jungen in der Schule den Fussball gegeben hatten, den wir mitgebracht hatten. Ein ganz gewoehnlicher Fussball, aber diese Kinder hatten sich so darueber gefreut, ein heiler, unzerfetzter Fussball und sie haben gestrahlt, als haetten wir ihnen sonst was geschenkt.
Am naechsten Vormittag machten wir weiter, strichen noch den Essensraum, die Tueren und Fenster an. Heute blieb mehr Zeit, auch etwas mit den Kindern zu machen, wir spielten Fussball mit ihnen und mittags bereiteten die Vaeter als Dankeschoen fuer alle einen Asado (argentinisches Grillen) vor. Wir assen alle gemeinsam, mit den Lehrern, Kindern und Eltern. Danach wurde ich gebeten, den Leuten ein paar Saetze auf Deutsch zu sagen, um den Kindern zu zeigen, dass es auch noch andere Sprachen und Laender gibt. Sie haben mich mit offenen Muendern staunend angeguckt, so etwas hatten sie wohl wirklich noch nie erlebt. Die Lehrer der kleinen Schule haben jetzt geplant, im naechsten Jahr fuer fuenf Tage mit den Kindern nach Córdoba zu kommen. Sie wuerden ihnen ein Kino, ein Shopping-Center, eine Rolltreppe zeigen, alles Dinge die sie vorher noch nie gesehen haben.
Diese zwei Tage waren total beeindruckend und schoen, es gibt einem ein gutes Gefuehl, zu sehen, wie man Menschen eine Freude macht, auch nur mit so kleinen Dingen, wie ihre Schule anzustreichen und ihnen ein paar alte Spiele zu schenken.

Montag, 9. November 2009

Ich hab gestern zum ersten Mal so richtig auf Spanisch geträumt... :) Irgendwas verruecktes, wir waren in der Schule und ein paar Leute sind umgebracht worden (Ich seh eindeutig zu viel argentinische Telenovela, vielleicht liegts auch daran, dass ich gerade Harry Potter lese :D) und dann sollten wir zum Beten in die Sporthalle gehen ... Nicht sonderlich sinnvoll, aber naja... Irgendwas hat mich dann mitten im Traum aufgeweckt und ich bin aufgestanden, noch total verschlafen und dachte auf einmal, Ey, das war ja auf Spanisch ;) Hab mich voll gefreut :D

Sonntag, 8. November 2009

Irgendwie sind Argentinier total glauebig... Jedenfalls meine Familie... Und mit glaebig meine ich so allgemein glaeubig, nicht nur auf die Kirche bezogen. Die glauben zum Beispiel total in Karten legen oder so und wenn Car eine Pruefung an der Uni hat, stellen die eine Kerze auf mit einem Bild von einem Schutzpatron. Als ich sie gefragt habe, ob ihnen das wirklich hilft, meinten sie, natuerlich, das hilft uns immer total... Naja, die Pruefungen waren beide schlecht, aber was solls ;) Heute morgen hat meine Gastmama eine SMS von einem Freund bekommen, der angeblich die Zukunft sehen kann, dass sie heute gut auf den Grossvater aufpassen soll. ALs wir dann zum essen zu ihm gegangen sind, hatte er sich den Kopf gestossen, was dann natuerlich auch als schlechtes Zeichen gesehen wurde. Deshalb wurde dann sofort die Tante angewiesen, morgen Weihwasser mitzubringen...

Samstag, 7. November 2009

Es regnet!!! ENDLICH ! Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr ueber Regen gefreut... Hoffentlich ist das nicht nur ein Schauer, aber ich glaube nicht, es ist den ganzen Abend schon so windig und unwettermässig... Wir brauchen viel Wasser, es gibt einige Dörfer die schon seit Tagen nichts mehr haben, die Seen und Fluesse sind voellig ausgetrocknet, man kann sie teilweise zu Fuss ueberqueren... Hier in der Stadt haben wir zum Glueck noch Wasser, es wurde zwar gesagt, dass sie uns in der naechsten Woche fuer einen Tag das Wasser abstellen, mal abwarten was jetzt passiert. Ich verstehe nicht, warum sie uns nicht schon viel frueher das Wasser wenigstens gekuerzt haben - die Doerfer haben nichts mehr und hier gibt es weiterhin Leute die sich ueberhaupt nicht kuemmern. In meiner Schule wurde heute zum Beispiel heute noch die ganze Turnhalle von innen mit einem Wasserschlauch ausgespritzt. Die Sportlehrerin ist richtig wuetend geworden. Sie lebt in den Bergen, auch im Moment ohne Wasser. Irgendwie fehlt da so ein bisschen das Bewusstsein. In den Nachrichten kommen jetzt aber immer schon Tipps und Aufrufe zum Wassersparen. Ich hoffe also, die Situation verbessert sich jetzt ein bisschen - muss allerdings sagen, dass der Regen schon fast wieder aufgehoert hat ...

Mittwoch, 4. November 2009

"In einigen Doerfern haben heute die Wasserkuerzungen begonnen. Córdoba bleiben noch fuenf Tage mit Wasser." ... und dann haben wir nichts mehr. Die Situation ist die schlechteste seit dreissig Jahren, es regnet viel zu wenig. Ein paar Doerfer haben jetzt schon kein Wasser mehr, in anderen wird jetzt an manchen Tagen als Sparmassnahme das Wasser abgestellt. Und wenn wir nicht alle richtig aufpassen und es nicht bald wieder regnet sitzen wir in fuenf Tagen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Das muss man sich mal vorstellen, dann ist einfach nichts mehr da!

Dienstag, 3. November 2009

Ein paar Informationen zur Tierwelt hier: Mal abgesehen von den riesigen Ameisen und Kaefern, und einer Schlangenart (die allerdings nich viel groesser als ein Regenwurm ist) hatten wir gestern Besuch von einer Ratte... ;) Vielleicht war´s auch ne grosse Maus, auf jeden Fall ekelhaft und mit langem Schwanz... Ich bin um 12 Uhr schlafen gegangen, bzw. hab noch Musik gehoert und auf einmal hoer ich meine Gastschwestern kreischen. Bin dann aufgestanden und hab nachgeguckt was los ist und da standen Pao und Meli (die hat bei uns uebernachtet) vor dem Wandschrank und haben mit Besenstielen darin rumgestochert. Die Maus/Ratte hatte Meli wohl im Badezimmer ueberrascht und ist danach in den Schrank gefluechtet. Wir haben dann nach und nach alle Sachen aus dem Schrank geraeumt - bei jeder Bewegung sind wir schreiend auf die Tische und Stuehle gefluechtet, Maedchen halt ;) - und irgendwann hatte das Viech kein Versteck mehr und hat sich an irgendwelchen Sachen hochgehangelt und sass dann auf der Garderobe. Von da aus ist es ueber den Tuerrahmen wieder ins Badezimmer und hat sich in einer Plastikblume versteckt... Das wussten wir allerdings nicht und haben darin rumgestochert und auf einmal flitzt diese Ratte mitten zwischen unseren Fuessen durch und nach draussen in den Garten... Ich hatte gerade ein Video gemacht, man sieht nicht viel, aber auf einmal fangen alle voll an zu kreischen... Werde ich bei Gelegenheit mal hier reinstellen :D Und jetzt haben wir alle Angst, die Tueren aufzulassen, nicht dass das Vieh wiederkommt und uns im SChlaf ueberrascht - ich wills mir gar nicht vorstellen ;) ... Ahhh...

Samstag, 24. Oktober 2009

Das Wetter hier ist echt unglaublich unmoeglich:

Gestern abend bin ich bei 40 Grad zur Schule gegangen (ich hatte da so einen Kurs zur Berufsorientierung), die Sonne hat geknallt wie sonst was und kein Lueftchen hat sich geregt. Und kaum sitze ich fuenf Minuten in der Schule, hoere ich auf einmal so Fensterlaeden klappern, dreh mich um, und was seh ich da? Die Welt geht unter. Ehrlich, das war kein Unwetter, das war ein Sandsturm! Die ganze Erde von den Parks, Strassenraendern etc. ist durch die Luft geflogen, ein paar Baeume wurden umgepustet und es war gleich mal zehn Grad kaelter. Nachts hatte es sich dann wieder einigermassen beruhigt, wir sassen bei einem Freund im Garten und es hat nur zwischendurch mal leicht geregnet, was aber keinen gestoert hat, weil es ein Dach gab. Kaum gehen wir aber los nach Hause faengt es total an zu hageln :D... Hat mir auch nicht gerade gut getan das Wetter; bin mal wieder erkaeltet... Aber was soll man machen ;)

Samstag, 17. Oktober 2009

Mar Chiquita. Klassenausflug. Viertel vor sieben Treffen an der Schule. Um viertel nach sechs stehe ich also zusammen mit Nora auf, ich hab bei ihr uebernachtet. Sonderlich ausgeschlafen sind wir allerdings nicht, weil wir abends noch so lange geredet haben...Zum Glueck hatten wir aber im Bus noch ein bisschen Zeit zum schlafen, die Fahrt hat naemlich fast drei Stunden gedauert. Um 10 Uhr sind wir dann am "Mar Chiquita" (--> kleines Meer), dem fuenfgroessten See der Welt, angekommen. Der See ist sehr salzig und weil im Moment der Wasserstand ziemlich tief ist, war der Boden am Rand richtig weiss vom vielen Salz. Wir haben uns zuerst nur einen kleinen Auslaeufer angesehen, da gab es Flamingos und eine Art gruener Papageien, dessen Namen ich allerdings vergessen habe. ;)Ausserdem haben wir einen riesigen Ameisenhaufen gefunden - das muss ich jetzt gerade mal schreiben, die Viecher waren naemlich echt gigantisch und haben ganze Blaetter und Stoeckchen durch die Gegend getragen :D
Nachdem wir zwei Stunden lang gebettelt hatten, endlich essen zu koennen, kamen wir um zwei Uhr zurueck zum Ort Mar Chiquita und machten Mittagspause.Danach besichtigeten wir ein paar Ruinen - unter anderen ein ehemaliges deutsches Hotel ;) -, die zusammen mit viel Schutt von einem frueheren Teil der stadt uebrig geblieben war, welche, soweit ich das verstanden haben, irgendwann vor 40 Jahren ueberschwemmt wurde. Ich habe mich nur gefragt, wieso nach so langer Zeit immer noch die ganzen Steine usw. herumlagen :D An dieser Stelle erinnerte der See dann auch wirklich an ein mehr, es gab Wellen und das andere Ufer war nicht zu sehen. Bevor es dann nach Hause ging stoppten wir noch an einem anderen kleineren Teil des Sees, wo wir weitere Flamingos entdeckten und ich mit meinem Schuh im Matsch versank :D
Auf der Rueckfahrt waren Nora und ich uns einig, dass die aufgedrehte Art unserer Klassenkameraden manchmal ganz schoen nervig sein kann. Alle haben ununterbrochen gegeneinander angeschrien und gesungen, dass man echt dachte, gleich krieg ich zu viel. Vor allem haben die hier auch noch alle so richtig laute, durchdringende Stimmen :D Naja, wir waren also froh, als wir endlich ankamen. Kaum war ich aus dem Bus gestiegen, kehrte meine gute Laune auch zurueck ;) Der Tag war ja doch ganz schoen gewesen, wenn auch seehr lang, und ich hatte mich auch mal mit Leuten aus meiner Klasse unterhalten, mit denen ich sonst nichts zu tun habe ;)Jetzt war ich allerdings froh wieder zu Hause zu sein, meinen Sonnenbrand einzucremen, meine Schlammschuhe loszuwerden und meine Haare zu waschen :D

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Fruehling... Man merkt, dass der hier begonnen hat... Es bleibt langsam laenger hell, alles wird gruen - hier gibt es total viele Zitronen- und Orangenbaeume, die jetzt teilweise schon reife Fruechte haben - und abends kann ich nicht einschlafen, weil die Grillen so laut zirpen... ;) Das Wetter ist auch sehr fruehlingsmaessig im Moment, morgends ist es meistens erst noch recht kalt, aber nachmittags haben wir dann so um die zwanzig Grad. Es ist zwar nicht wie in Deutschland, wo man richtig merken kann, wie alles auftaut, weil hier eigentlich erst gar nichts einfriert, aber Fruehling ist es trotzdem ;)...

So, das war jetzt nur mal so ein Kommentar zwischendurch, hatte gerade nichts zu tun... Jetzt ist aber das Badezimmer frei, ich werde also mal duschen gehen und dann ab ins Bett, ich sterbe vor Muedigkeit, weil ich heute nachmittag keine Zeit zum schlafen hatte :D

Freitag, 2. Oktober 2009

So, auf Lisas Wunsch schreibe ich jetzt mal meinen Tagesablauf auf ;) :

In der Woche stehe ich um sieben Uhr morgens auf, um zwanzig nach sieben faengt die Schule an, wir werden immer von Mabel mit dem Auto gebracht. Dann haben wir Unterricht bis ungefaehr ein Uhr, manchmal, wenn wir nachher noch Sport haben, auch laenger. Nach der Schule essen wir bei dem Grossvater meiner Schwestern zu Mittag... Meistens kommt auch noch ihre Tante Kari, die nachmittags, waehrend ihre beiden Soehne in der Schule sind, bei uns zu Hause bleibt. Nach dem Essen gehen wir nach Hause, machen was am Computer, gucken Fernsehen, lesen, hoeren Musik, lernen fuer die Schule (eher nicht ;)) und schlafen ein paar Stunden. Seit heute habe ich auch Klavierunterricht, wo ich jetzt dreimal in der Woche hingehen kann.Um sieben ungefaehr essen wir dann eine Kleinigkeit, meistens Gebaeck, entweder so kleine Mini-Broetchen - super lecker - oder Kuchenteilchen (wehe irgendjemand macht sich ueber dieses Wort lustig) und trinken Mate, Cappuchino oder Tee... Um acht gehe ich dann an manchen Tagen mit Car, Georgi und Nora ins Fitnessstudio, manchmal treffen wir uns mit irgendwem oder fahren ins Zentrum (das dann aber eher nachmittags ;))... Um zehn Uhr/ halb elf essen wir dann zu Abend und um zwoelf ungefaehr gehen wir ins Bett. Abends (und auch beim Mittagessen)laueft hier ununterbrochen der Fernseher... Am Wochenende (und auch donnerstags) gehen wir abends meistens weg, dass heisst meistens in die Disco... Die machen hier viel spaeter auf als in Deutschland, wir treffen uns meistens so um elf/ zwoelf Uhr abends und bis wir dann losgehen wirds meistens zwei oder drei... Dafuer sind wir aber auch immer bis morgens um sieben Uhr weg und verschlafen dann meistens den halben Tag - ausser freitags, da muessen wir ja in die Schule ;) Sonntags gibts immer Asado bei Julio (dem Grossvater) und ansonsten machen wir sonntags eigentlich nichts. Die Geschaefte haben zwar ganz normal bis zehn Uhr abends geoeffnet, aber wir sind meistens zu Hause...

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Bin gestern zum ersten Mal alleine ins Zentrum gefahren :D Hoert sich vielleicht bloed an, schliesslich bin ich schon fast sechs Wochen hier, aber so eine Grossstadt, in der einem alles irgendwie spanisch vorkommt, ist doch was anderes als unser kleines Heimatstaedchen ;) Ich hab mich mit Martha, einer Austauschschuelerin aus Oesterreich getroffen, die ich von AFS her kenne... Zufaellig haben wir dann auch noch eine Gruppe anderer Austauschschueler getroffen und den Nachmittag zusammen verbracht. Das war echt witzig, alle haben in verschiedenen Sprachen gesprochen, englisch, deutsch, italienisch, schwedisch, daenisch und natuerlich spanisch ;)... Die einzige Argentinierin war Sofi, Marthas Freundin, ist aber nicht aufgefallen, sie sieht mit ihren blonden Haaren und blauen Augen naemlich nicht wirklich typisch suedamerikanisch aus... ;)Als ich abends zurueckgefahren bin, musste ich dann alleine den Weg zu meiner Bushaltestelle finden... Mein Orientierungssinn ist unglaublich - schlecht :D Wir waren die gleiche Strecke zwei Stunden zuvor schon einmal gelaufen, aber irgendwie hatte ich den Weg schon wieder vergessen... ;) Bin aber trotzdem ohne Probleme angekommen, musste nur ein paar mal nachfragen... Als ich dann im Bus sass, war es schon dunkel und ich war mir auf einmal nicht mehr ganz so sicher, ob ich wirklich wusste, wo ich aussteigen musste. Es gibt hier naemlich keine richtigen Haltestellen und im Bus wird auch nicht gesagt, "Naechster Halt, da und da"... Einmal dachte ich fast, ich haette meinen Ausstieg verpasst, wir sind in so eine Siedlung reingefahren, die mir komplett unbekannt vorkam, als wir dann allerdings um die naechste Ecke waren, habe ich die Apotheke gesehen, wo wir immer aussteigen und war wieder beruhigt :D Meine Gastfamilie ist immer total besorgt, wenn ich irgendwo alleine hingehe... Sie bieten mir dann immer an, mich hinzubringen oder mitzukommen und schreiben mir staendig SMS ob ich gut angekommen bin, ob alles ok ist.... Voll suess, dass sie sich solche Gedanken machen, aber manchmal denke ich echt, nee, ich mach das jetzt alleine, ihr koennt schliesslich nicht immer auf mich aufpassen... Und ich will mich hier doch auch frei bewegen koennen und nicht immer davon abhaengig sein, dass mich jemand begleitet... ;)

Freitag, 25. September 2009

Heute gab es in der Schule eine Theaterauffuehrung. Die sechste Klasse - das ist hier die Abschlussklasse, im Moment Carlas Klasse - hat fuer die Lehrer was vorgespielt. Das Stueck war selbst ausgedacht und handelte von den Lehrern der Schule. Es war einfach nur super witzig, auch wenn ich nicht viel von dem gesprochenen verstanden habe, konnte ich doch viele Lehrer erkennen :D Die haben die teilweise so richtig gut und voll uebertrieben dargestellt.... Echt lustig ;)

Dienstag, 22. September 2009

Primavera - Fruehling. Der hat hier gestern begonnen. Und anders als in Deutschland wird der Fruehlingsanfang hier richtig gefeiert. Wir hatten schulfrei und am Sonntag gab es ueberall Partys. Eigentlich hatten wir auch vor zu einer hinzugehen, aber irgendwie waren wir abends dann alle zu muede und hatte keine Lust, von Icho Cruz bis nach Carlos Paz, der Stadt in der die Party stattgefunden hat, mit dem Bus zu fahren. Icho Cruz ist ein kleines Dorf in den Bergen. Wir haben dort in dem Haus von Gaby, einem Freund, das Wochenende verbracht. Am Samstagabend sind wir losgefahren, das Auto vollgepackt mit Getraenken und sonstiger Verpflegung, die aus einem riesigen - und wenn ich schreibe riesigen, dann meine ich wirklich gigantischen ;) - Berg aus Hamburger- und Hotdogbroetchen plus Fleisch und Wuerstchen bestand. Das sollte dann auch die Mahlzeiten der naechsten drei Tage darstellen. Nicht besonders abwechslungsreich, ich glaube fuer´s erste haben wir jetzt alle genug von Hamburgern und Hotdogs ;).
Das Haus, in dem wir geschlafen haben liegt direkt in den Bergen, neben einem Fluss. Die Landschaft ist wunderschoen, echt mal was anderes als die Grossstadt Córdoba, es gibt nicht viele Haeuser und nachts kann man einen Sternenhimmel sehen, das ist unglaublich. Wir waren ungefaehr zwanzig Leute und haben den ganzen Tag draussen verbracht, meistens unten am Fluss, der zurzeit eher aussiehtwie ein breiter Bach, weil fast kein Wasser drin ist. An manchen Stellen war er aber so tief, dass man schwimmen konnte, was ich dann auch sofort ausgenutzt habe. ;)
Abends sassen wir alle draussen, haben geredet und Musik gehoert. Wer muede war, hat sich im Haus ein Bett gesucht, oder sich , wenn die alle besetzt waren, irgendwo anders hingelegt. Geduscht haben wir mit kaltem Wasser, warmes gab es erst am Montag, als fast alle wieder nach Hause gefahren waren. Nur noch meine Gastschwestern, Georgi, Nora, Gaby, Agus und ich hatten uns spontan entschieden, noch eine Nacht laenger zu bleiben. Mir haben die letzten Tage super gut gefallen, es war zwar sehr anstrengend, den ganzen Tag mit so vielen Leuten zusammen zu sein, die alle ununterbrochen in einer Sprache sprechen, die man nicht besonders gut versteht, aber die Freunde meiner Gastschwestern, teilweise auch schon meine Freunde, sind alle total lustig und verrueckt, sodass man sich eigentlich nur wohlfuehlen kann...

Montag, 14. September 2009

Wir haben heute doch nicht bei dem Grossvater gegessen, sondern sind zu Verwandten gefahren, die in einer kleinen Stadt 30km von Córdoba entfernt leben. Die Stadt, fuer mich wirkt sie eher wie ein Dorf, hat aber 28 000 Einwohner, liegt mitten in den Bergen, die ueberall um Córdoba herum liegen. Die Landschaft gefaellt mir, obwohl im Moment alles vertrocknet ist, weil es hier im Winter so gut wie nie regnet. Sergio und Carina, die Verwandten meiner Gastfamilie wohnen mit ihren beiden Soehnen in einem kleinen Haeuschen, aehnlich wie die meisten anderen Haeuser in der Gegend. Die Waende bestehen von innen aus Spanplatten - oder so etwas aehnlichem - und die Einrichtung ist zusammengewuerfelt und einfach. Das Haus besteht aus einem Wohnraum mit Mini-Kueche und grossem Esstisch, einem winzigen Badezimmer und zwei kleinen Schlafzimmern. Mit Mabel und ihrem kleinen Neffen klettere ich ein Stueck den Berg rauf, sie wollen mir die Aussicht zeigen. Man kann ueber die ganze Stadt gucken und sogar den Flughafen von Córdoba sehen. Dann decken wir den Tisch, waehrend Sergio und Julio (Mabels Papa) das Fleisch grillen. Nach dem Essen fahren wir noch zu einem See in der Naehe, super schoen, auch hier kann man den fehlenden Regen bemerken, der Wasserspiegel ist um 8m gesunken... Ich mache ein paar Fotos, leider ist dann mein Akku leer.....

Sonntag, 13. September 2009

Wir sitzen im Taxi, von der Disco auf dem Weg nach Hause . Meine Gastschwester ist schon halb am schlafen. Wir fahren an einer Kirche vorbei, kurz oeffnet sie die Augen halb und macht ein Kreuzzeichen. Ich muss grinsen, dass sie das selbst im Halbschlaf nicht vergisst. Als ich zum ersten Mal gesehen habe, dass sich jemand hier so bekreuzigt hat, als er an einer Kirche vorbeikam war das im Bus und ich habe den Zusammenhang mit der Kirche noch gar nicht gesehen. Ich dachte mir nur, hat die Frau so grosse Angst, mit dem Bus zu verungluecken, dass sie sich schon bekreuzigen muss??? Naja, ich habe jetzt allerdings herausgefunden, dass das hier total viele machen, selbst wenn sie eigentlich gar nichts mit der Kirche am Hut haben. Das ist wohl so eine Gewohnheit... Zu Hause angekommen, schlafen wir bis mittags, dann gehen wir zu dem Grossvater meiner Gastschwestern zum Mittag essen. Heute ist Sonntag, das heisst, es gibt Asado, eine typisch argentinische Grillspezialitaet. Fast in allen Haeusern wird das sonntags gegessen, mir hat mal jemand erzaehlt, in Argentinien ist ein Sonntag ohne Asado kein richtiger Sonntag.

Sonntag, 6. September 2009

Also eins muss ich jetzt mal feststellen: Die Argentinier lassen das Leben echt ruhig angehen... Hier macht sich keiner unnoetigen Stress, man nimmt einfach alles so hin, wie es gerade kommt, macht Plaene und hat sie am naechsten Tag wieder vergessen, entscheidet spontan und entscheidet sich im naechsten Moment wieder um... Im Gegensatz dazu ist man in Deutschland wirklich pingelig und peinlich genau. ;) Mein Leben ist hier dementsprechend ziemlich locker, das Beste ist immer, einfach abzuwarten und alles auf sich zukommen zu lassen - Es bringt hier nichts, jedes Wort so super ernst zu nehmen oder gross voraus zu planen...

Und nun zu meiner vergangenen Woche: An der Schule hat sich nicht viel geaendert, nur, dass ich ein paar neue Faecher hatte, zum Beispiel Relevamiento, keine Ahnung was das auf deutsch bedeutet. Nora und ich muessen da zurzeit ein Projekt ueber das Gesundheitssystem in Deutschland/Argentinien schreiben, aber eigentlich hat man in dem Fach eine andere Aufgabe: Die Schueler hier muessen naemlich einmal in der Woche fuer drei Stunden eine Art Praktikum im Kindergarten/Behindertenheim/Tierarzt/usw. machen und in den Schulstunden darueber Tagebuch schreiben. Find ich eigentlich ganz cool, wenn man sich den richtigen Ort aussucht ;) Ausserdem haben wir hier alle zwei Wochen Tutoría, das ist kein richtiges Fach, da sitzt man mit ungefaehr sechs anderen aus seiner Klasse mit einer Frau zusammen und redet ueber Schule, Probleme, Freizeit, alles Moegliche - Ob jetzt jemand, der wirklich Probleme hat, in der Stunde darueber reden wuerde, bezweifle ich zwar, aber naja, besser als lernen ;)

Samstag, 29. August 2009

NEUE FOTOS ...

Donnerstag, 27. August 2009

"Hier sind Aufgaben zu dem Film von dieser Woche." Unser Lehrer gibt Arbeitsblaetter herum. "Was war das denn fuer ein Film?", fragt ein Maedchen hinter mir und widmet ihre Aufmerksamkeit dann wieder dem Zupfen ihrer Augenbrauen. Der Lehrer wirft ihr nur einen strafenden Blick zu - Wegen der Frage, nicht wegen dem Augenbrauen zupfen... Heute ist der "beste" Tag in der Schule. Wir haben drei Stunden einen super lockeren Lehrer, keiner macht irgendwas, ausser Mate trinken, sich die Naegel feilen und aehnliches. Sowieso ist die Schule hier total anders als in Deutschland. Es ist normal, dass alle durcheinander reden, bzw. schreien, die Lehrer stoert das nicht, auch wenn an den Waenden in den Klassen Regeln haengen, wie z.B., dass man zuhoeren soll und die Hand heben sund solche Sachen... ;)
Meine Schule ist klein, es gibt sieben Jahrgaenge und sieben Klassen. Manchmal muessen wir uns morgens vor dem Unterricht draussen aufstellen und dann wird die argentinische Flagge hochgezogen... Das ist aber nicht so wie in den USA mit Hymne und so, man steht einfach zwei Minuten da und geht wieder rein. So ganz durchschaue ich das System hier nicht: Nach drei Tagen Schule, weiss ich immer noch nicht, wie lang die Stunden und Pausen sind, und von wann bis wann sie dauern. Wir koennen hier oefters eher aus dem Unterricht und dann schellt es irgendwann und ich denke, ah, jetzt faengt die naechste Stunde an, aber meistens klingelt es dann erst zur Pause. Es ist verwirrend. ;) Alles in allem gefaellt mir die Schule aber gut, die Leute in meiner Klasse sind ganz nett, ich habe auch noch ein anderes deutsches Maedchen in meiner Klasse, Nora. Sie ist seit einem Monat hier und wohnt bei Georgi, einer Freundin meiner Gastschwestern. Mit denen verstehe ich mich super. Ueberhaupt, meine ganze Familie ist total offen, ich kann sie auf alles ansprechen und sie behandeln mich wie eine Schwester/Tochter. Hier im Haus sind auch total oft noch andere Leute zu Besuch, entweder Freunde oder Verwandte. Gestern kam zum Beispiel mittags Cars und Paos Tante und ist dann bis abends mit ihren beiden Soehnen hier gewesen. Das heisst aber nicht, dass dann alle zu Hause sind und man die ganze Zeit zusammen sitzt oder so, zwischenzeitlich war fuer ein paar Stunden gar keiner zu Hause, ausser halt die Tante mit ihren Kindern. So etwas gibt es glaub ich in Deutschland nicht so oft, aber hier ist es voellig normal...
Heute abend gehen wir in die Disco. Morgen haben wir naemlich keine Schule, bzw. nur die erste Stunde - Carla lacht mich gerade deswegen aus, sie hat keine Schule ;) - und nachmittags Sport. Morgen abend gehen wir auch weg und am Samstag ist hier zu Hause eine grosse Party, weil Mabel morgen Geburtstag hat und Car auch letztens Geburtstag hatte... ;)
Hier ist es im Moment wie im Hochsommer, wir haben 35 Grad, meine Schwestern sagen allerdings, es wuerde jetzt wahrscheinlich noch mal eine Woche "richtig kalt" werden, bevor dann der Fruehling anfaengt... Jetzt ist es aber noch schoen warm :)
Vom Tagesablauf her ist hier irgendwie alles total verdreht. Das Leben spielt sich, mal abgesehen von der Schule, abends ab. Nach dem Mittagessen legen wir uns meistens hin und schlafen so bis fuenf oder sechs, danach unternehmen wir dann was, d.h. besuchen Freunde von Pao und Car, fahren in die Innenstadt und solche Dinge. Um halb zehn Uhr abend faengt man dann an zu ueberlegen, was es zum Essen geben soll, meistens habe ich dann schon total vergessen, dass hier ja so spaet noch zu abend gegessen wird. Essen tun wir immer alle zusammen und meistens sind auch noch irgendwelche andere Leute da... Mir gefaellts :)

Sonntag, 23. August 2009

Neue Fotos von Buenos Aires sind hochgeladen!
Letzte Nacht habe ich in einem Luxusbus auf dem Weg zu meiner Gastfamilie verbracht - Ich habe noch nie so einen Bus gesehen, die Sitze waren riesige Ledersessel, man konnte die Lehnen so weit nach hinten stellen, dass man richtig liegen konnte und vorne war noch eine Fussstuetze. Von einem Kellner, oder wie man das in einem Bus nennen kann, wurde uns Abendessen und Fruehstueck serviert. Naja, die Fahrt liess sich also aushalten. Meine Gastfamilie ist toll. Meine Gastschwestern sind mir am Busbahnhof entgegengerannt, als sie mich gesehen haben. Alle sind total lieb, ich habe schon ein paar Freunde von Pao und Carla kennengelernt und ihren Grossvater. Sie haben mir auch schon ein bisschen die Umgebung gezeigt, meine Schule und ein Shopping-Center in der Naehe ;) Im Moment ist es wirklich richtig schoen hier, meine Familie ist sooo herzlich...

Und was ich gerade nochmal loswerden muss: Wir haben Winter her und ich laufe draussen mit T-Shirt herum... :D
Endlich bin ich da! Nach 14 Stunden Flug, bestimmt genauso langen Wartezeiten zwischendurch und staendigen Passkontrollen sind wir gestern abend um 19 Uhr in Buenos Aires gelandet... Vier Stunden spaeter waren wir dann endlich in unserem Orientation-Camp angelangt und freuten uns nur noch auf unser Bett - Daraus wurde leider erstmal nichts: Wir sollten doch erst noch essen und bei der beruechtigten "AFS-Talentshow" zuschauen. Irgendwie konnten wir uns aber verdruecken und fielen dann um halb eins endlich ins Bett. Sonderlich lange konnten wir aber nicht schlafen, das ist wohl auch der Grund, warum wir heute alle wie wandelnde Schlafmuetzen herumlaufen ;).
Nach der Stadtrundfahrt heute Nachmittag, in der wir ein paar Stellen von Buenos Aires, wie die Gruft von Eva Peron und das Stadtviertel "La Boca", in dem die Haeuser alle bunt angestrichen sind und einige Paare auf der Strasse Tango tanzen, erkundet haben, sitzen wir jetzt in einem Busbahnhof und warten auf die Busse, die uns zu unseren Gastfamilien bringen sollen...

Mein erster spanischer Satz hier in Argentinien war die Frage: "Haben Sie Mineralwasser?" am Flughafen... Und der Mann hat mich sogar verstanden ;) Das Camp war ganz witzig, wir sind ungefaehr 120 AFSer aus fast 10 Laendern... Das Essen hier war bisher wirklich anders: Zum Fruehstueck gab es kleine Baguettescheiben, es war eigentlich mehr ein kleiner Snack als ein Fruehstueck. Das Mittagessen hat das dann aber wieder ausgeglichen: Wir bekamen zuerst einen Teller mit drei Scheiben Wurst und einem Loeffel Salat, dazu gab es wieder Baguette, woran wir uns dann auch satt gegessen haben, wir sind schliesslich davon ausgegangen, dass es das dann sein wuerde an Mittagessen. Falsch gedacht... Wir haben noch Schnitzel - es war paniertes Fleisch, aber ganz anders als deutsches Schnitzel, bekommen, dazu Kartoffelpueree/schleim ;).. Und dann gabs noch Eis zum Nachtisch...

So, das wars erstmal, die naechste Nachricht schreibe ich euch aus Cordoba, von meiner Gastfamilie aus... :)

Donnerstag, 6. August 2009

24:00 Uhr - das heißt, in Argentinien jetzt gerade sieben Uhr abends. Fünf Stunden Zeitunterschied hat Deutschland zu meinem Bald-für-ein-Jahr-Zuhause-Land. Ich weiß nicht soooo viel über Argentinien, aber bei den fünf Stunden, da bin ich mir sicher. Drei Mal habe ich bisher mit meinen beiden Gastschwestern telefoniert und jedes Mal wurde ich gefragt: "Wie viel Uhr ist es in Deutschland?" Überraschenderweise kam dann auch immer wieder die Feststellung: "Ah, dann haben wir fünf Stunden Unterschied"... Ja, das wird dann wohl so sein. Paola und Carla sind echt super - soweit ich das bisher beurteilen kann. Sie sind mindestens genauso aufgeregt wie ich und freuen sich total auf ihre "neue Schwester". Carla ist letzten Freitag 17 geworden... Ich hab sie gefragt, ob sie eine Party macht oder etwas anderes, aber sie meinte, die Party würden sie erst machen, wenn ich auch da wäre, damit ich aaalle ihre Freunde kennenlernen könnte... =)

Ja, und seit gestern habe ich jetzt auch mein Visum, das heißt, es kann losgehen. Die Frau vom Argentinischen Konsulat, wo wir das Visum abholen mussten, war echt cool und hat mir direkt erklärt, mit Córdoba hätte ich "ins Schwarze getroffen". Die Cordobeses seien die lustigsten Leute Argentiniens und würden mich wahrscheinlich ständig auf den Arm nehmen; sie könnten halt nicht anders. Außerdem sei Córdoba die einzige Stadt, die es mit Buenos Aires aufnehmen könnte...

So, noch 14 Tage und ich kann jetzt schon nicht mehr schlafen. Am liebsten würde ich heute noch meinen Koffer packen und alles fertig machen, aber das wäre wohl nicht besonders sinnvoll, schließlich brauche ich hier auch noch etwas zum Anziehen... ;) Naja, ich werde meine letzten Tage in Deutschland genießen. Und dann geht es endlich auf ans andere Ende der Welt!

Freitag, 31. Juli 2009

Mit dem guten Vorsatz im Hinterkopf, hier einmal pro Woche etwas reinzuschreiben, werde ich - auch wenn immer noch nicht in Argentinien - jetzt schon einmal anfangen, ein bisschen zu erzählen. Es ist ganz seltsam. Es scheint gar nicht so lange her, dass ich mit der fixen Idee, ein Auslandsjahr zu machen, die Jugendbildungsmesse in Münster besucht habe, um ein paar Infos zu bekommen. Das einzige Land, das zu dem Zeitpunkt für mich in Frage kam war die USA und länger als ein halbes Jahr, das konnte ich mir auf gar keinen Fall vorstellen. Aber dann kamen die vielen Berichte - begeisterte Schilderungen von ehemaligen Austauschschülern, die ihr Jahr zum Beispiel in Australien oder Costa Rica verbracht hatten. Und als ich die Messe verließ, tja, da hatte ich mich umentschieden: Wenn schon, dann müsste es auch ein ganzes Jahr sein und am besten in einem spannenderen Land als der USA. Nichts dagegen, aber irgendwie reizte es mich mehr, mal eine ganz neue Kultur und Sprache kennenzulernen, von der man noch nicht so viel wusste. Es gab viele Organisationen auf der Messe, uns gefiel am Besten AFS, bei dem ich mich dann ein halbes Jahr später auch beworben habe - wo ich froh drüber bin; bei jedem Vorbereitungswochenende oder anderem Treffen habe ich neue Dinge erfahren und andere tolle Menschen kennengelernt. Ich hatte jedes Mal das Gefühl, meinem Traum ein bisschen näher zu kommen. Erst zählte ich die Monate, jetzt die Wochen und Tage und ich kann es kaum erwarten, dass es endlich soweit ist. Ich bin soooo gespannt, was mich erwartet, dass ich es gar nicht ausdrücken kann. ;)
Gestern und vorgestern habe ich dann endlich mit meiner Gastfamilie persönlich gesprochen. Ich war ziemlich aufgeregt, bei ihnen anzurufen, mein Spanisch ist noch nicht wirklich gut und ich habe am Telefon dann auch nichts verstanden - Gott sei Dank sprechen meine Gastschwestern ein bisschen Englisch, so dass wir uns trotzdem verständigen konnten. Sie waren super lieb und freuen sich total auf mich. Ich hoffe wirklich, dass wir uns gut verstehen werden, aber im Moment mache ich mir da keine großen Sorgen. Carla wird heute 17... Als ich sie gefragt habe, ob sie eine Party macht, meinte sie, die Party würden sie erst machen, wenn ich auch da wäre - damit ich schon mal aaaalle ihre Freunde kennen lernen könnte. Scheint also, als hätte ich Glück gehabt mit meiner Familie, auch wenn ich mir noch nicht zu viel erwarten möchte =)

Soo, hab es jetzt auch mal geschafft, ein Album mit Fotos von meiner Gastfamilie zu erstellen... Das ist der Link:

http://picasaweb.google.de/joanazabel3/MeineGastfamilie?feat=directlink

Freitag, 24. Juli 2009

Nur noch genau vier Wochen, dann sitze ich im Flieger auf dem Weg nach Argentinien, ans andere Ende der Welt. Ich kann es eigentlich noch gar nicht richtig glauben, dass ich dort wirklich ein Jahr lang leben werde, aber ich freue mich riesig. Für mich ist es ein seltsames Gefühl, wenn ich daran denke, dass ich euch alle so lange nicht mehr sehen werde, aber gleichzeitig bin ich auch total neugierig und aufgeregt auf das, was mich erwartet. Ich werde in einer Gastfamilie in Córdoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens mit 1,8 Millionen Einwohnern leben. Meine Familie besteht aus meiner Gastmutter Mabel (42) und meinen beiden Schwestern Paola (17) und Carla (15)...Sobald ich sie kennengelernt habe, kann ich euch hoffentlich mehr erzählen...