"Das Leben ist wie ein Buch: Wer nicht reist, liest nur eine Seite davon."

Jean Paul (1763 - 1825)

Freitag, 15. Januar 2010

Und dann gings gleich wieder aufs Land........Diesmal habe ich Martha (die Oesterreicherin) und ihre Familie nach Los Aromos, ein anderes kleines Doerfchen, begleitet. Sie haben da ein Haus, in dem sie den ganzen Januar verbringen. Naja, viel zu sagen ist zu diesen Tagen eigentlich nicht, Campo halt, es gibt einen Pool, einen Fluss, wir sind spazieren gegangen, haben Karten gespielt und so weiter... ;) Ein paar Dinge gibt es aber doch zu erzaehlen...

An einem Tag haben wir fuer eine halbe Stunde Pferde ausgeliehen, ich wollte allerdings danach noch eine halbe Stunde verlaengern und weil Martha keine Lust mehr hatte, hat mich die Tochter von dem Verleiher begleitet... die wohnt ein paar Kilometer weiter in einer Kleinstadt und wir haben uns von Anfang an total gut verstanden und ich habe sie dann mit Martha am naechsten Tag auch noch mal besucht.... Sie hat super viel erzaehlt von sich und dem Leben auf dem Land und das ist einfach soo anders als in der Stadt... in dem Dorf (eigentlich ist es auch ne Stadt, hat 30 000 einwohner :P), in dem sie wohnt, wird zum Beispiel total zwischen schwarz und weiss unterschieden - ihre familie ist schwarz, also nicht so richtig schwarz, wie die Afrikaner, aber halt ziemlich dunkel, und es gibt superviele Drogen und solche Sachen... Maedchen, die mit dreizehn schwanger werden, oder Familien in denen die Frauen oder Kinder geschlagen werden und so... fuer sie schien das auch normal zu sein, ihre Probleme mit Schlaegereien zu loesen...... das war aber ein total nettes Maedchen, neunzehn jahre und sie selbst wuerde auch nie Drogen nehmen und hatte eigentlich ziemlich viele aehnliche Ansichten wie wir, war aber gleichzeitig auch einfach so anders durch die Hintergruende und die Lebenssituation und so... sie hat neun Geschwister, bzw ein paar Halbgeschwister, weil ihr Vater und ihre Mutter beide schon mit anderen Partnern Kinder hatten, sie laeuft immer zwei Stunden zur Schule, jetzt in den Ferien kommt sie jeden Tag mit ihrem
Vater nach Los Aromos, das kleine Doerfchen, um da eben Pferde an Touristen zu verleihen...... Es war irgendwie der Hammer, sie hat noch so viele andere Dinge erzaehlt, die ich jetzt gar nicht alle aufschreiben kann...

An einem anderen Tag sind wir nach Villa General de Belgrano gefahren, ein deutsches Dorf. Frueher nach dem Krieg haben sich da deutsche Fluechtlinge (teilweise Nazis, teilweise auch andere glaube ich) angesiedelt und eben ein typisch "deutsches" (man koennte eher sagen, typisch bayrisch oder oesterreichisch :P) Dorf aufgebaut. Heute ist es hauptsaechlich fuer Touristen, es gibt eine ganze Strasse nur mit Souvenirshops und so weiter, wo man Bierkruege, Flaggen und solche Dinge kaufen kann. Fuer uns war es ganz witzig, Martha hat sich zwischen den ganzen oesterreichisch gebauten Haeusern gleich heimisch gefuehlt, wir haben Apfelstrudel und Schwarzwaelderkirschtorte gegessen, Wahrsteiner gekauft und typische deutsche Weihnachtsplaetzchen. Wir sind dann auch zwei deutschen Frauen begegnet, die eine war noch recht jung, hat aber gesprochen wir eine 80-jaehrige, halt so ein altes deutsch, war ganz witzig. :)

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