"Das Leben ist wie ein Buch: Wer nicht reist, liest nur eine Seite davon."

Jean Paul (1763 - 1825)

Samstag, 24. Oktober 2009

Das Wetter hier ist echt unglaublich unmoeglich:

Gestern abend bin ich bei 40 Grad zur Schule gegangen (ich hatte da so einen Kurs zur Berufsorientierung), die Sonne hat geknallt wie sonst was und kein Lueftchen hat sich geregt. Und kaum sitze ich fuenf Minuten in der Schule, hoere ich auf einmal so Fensterlaeden klappern, dreh mich um, und was seh ich da? Die Welt geht unter. Ehrlich, das war kein Unwetter, das war ein Sandsturm! Die ganze Erde von den Parks, Strassenraendern etc. ist durch die Luft geflogen, ein paar Baeume wurden umgepustet und es war gleich mal zehn Grad kaelter. Nachts hatte es sich dann wieder einigermassen beruhigt, wir sassen bei einem Freund im Garten und es hat nur zwischendurch mal leicht geregnet, was aber keinen gestoert hat, weil es ein Dach gab. Kaum gehen wir aber los nach Hause faengt es total an zu hageln :D... Hat mir auch nicht gerade gut getan das Wetter; bin mal wieder erkaeltet... Aber was soll man machen ;)

Samstag, 17. Oktober 2009

Mar Chiquita. Klassenausflug. Viertel vor sieben Treffen an der Schule. Um viertel nach sechs stehe ich also zusammen mit Nora auf, ich hab bei ihr uebernachtet. Sonderlich ausgeschlafen sind wir allerdings nicht, weil wir abends noch so lange geredet haben...Zum Glueck hatten wir aber im Bus noch ein bisschen Zeit zum schlafen, die Fahrt hat naemlich fast drei Stunden gedauert. Um 10 Uhr sind wir dann am "Mar Chiquita" (--> kleines Meer), dem fuenfgroessten See der Welt, angekommen. Der See ist sehr salzig und weil im Moment der Wasserstand ziemlich tief ist, war der Boden am Rand richtig weiss vom vielen Salz. Wir haben uns zuerst nur einen kleinen Auslaeufer angesehen, da gab es Flamingos und eine Art gruener Papageien, dessen Namen ich allerdings vergessen habe. ;)Ausserdem haben wir einen riesigen Ameisenhaufen gefunden - das muss ich jetzt gerade mal schreiben, die Viecher waren naemlich echt gigantisch und haben ganze Blaetter und Stoeckchen durch die Gegend getragen :D
Nachdem wir zwei Stunden lang gebettelt hatten, endlich essen zu koennen, kamen wir um zwei Uhr zurueck zum Ort Mar Chiquita und machten Mittagspause.Danach besichtigeten wir ein paar Ruinen - unter anderen ein ehemaliges deutsches Hotel ;) -, die zusammen mit viel Schutt von einem frueheren Teil der stadt uebrig geblieben war, welche, soweit ich das verstanden haben, irgendwann vor 40 Jahren ueberschwemmt wurde. Ich habe mich nur gefragt, wieso nach so langer Zeit immer noch die ganzen Steine usw. herumlagen :D An dieser Stelle erinnerte der See dann auch wirklich an ein mehr, es gab Wellen und das andere Ufer war nicht zu sehen. Bevor es dann nach Hause ging stoppten wir noch an einem anderen kleineren Teil des Sees, wo wir weitere Flamingos entdeckten und ich mit meinem Schuh im Matsch versank :D
Auf der Rueckfahrt waren Nora und ich uns einig, dass die aufgedrehte Art unserer Klassenkameraden manchmal ganz schoen nervig sein kann. Alle haben ununterbrochen gegeneinander angeschrien und gesungen, dass man echt dachte, gleich krieg ich zu viel. Vor allem haben die hier auch noch alle so richtig laute, durchdringende Stimmen :D Naja, wir waren also froh, als wir endlich ankamen. Kaum war ich aus dem Bus gestiegen, kehrte meine gute Laune auch zurueck ;) Der Tag war ja doch ganz schoen gewesen, wenn auch seehr lang, und ich hatte mich auch mal mit Leuten aus meiner Klasse unterhalten, mit denen ich sonst nichts zu tun habe ;)Jetzt war ich allerdings froh wieder zu Hause zu sein, meinen Sonnenbrand einzucremen, meine Schlammschuhe loszuwerden und meine Haare zu waschen :D

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Fruehling... Man merkt, dass der hier begonnen hat... Es bleibt langsam laenger hell, alles wird gruen - hier gibt es total viele Zitronen- und Orangenbaeume, die jetzt teilweise schon reife Fruechte haben - und abends kann ich nicht einschlafen, weil die Grillen so laut zirpen... ;) Das Wetter ist auch sehr fruehlingsmaessig im Moment, morgends ist es meistens erst noch recht kalt, aber nachmittags haben wir dann so um die zwanzig Grad. Es ist zwar nicht wie in Deutschland, wo man richtig merken kann, wie alles auftaut, weil hier eigentlich erst gar nichts einfriert, aber Fruehling ist es trotzdem ;)...

So, das war jetzt nur mal so ein Kommentar zwischendurch, hatte gerade nichts zu tun... Jetzt ist aber das Badezimmer frei, ich werde also mal duschen gehen und dann ab ins Bett, ich sterbe vor Muedigkeit, weil ich heute nachmittag keine Zeit zum schlafen hatte :D

Freitag, 2. Oktober 2009

So, auf Lisas Wunsch schreibe ich jetzt mal meinen Tagesablauf auf ;) :

In der Woche stehe ich um sieben Uhr morgens auf, um zwanzig nach sieben faengt die Schule an, wir werden immer von Mabel mit dem Auto gebracht. Dann haben wir Unterricht bis ungefaehr ein Uhr, manchmal, wenn wir nachher noch Sport haben, auch laenger. Nach der Schule essen wir bei dem Grossvater meiner Schwestern zu Mittag... Meistens kommt auch noch ihre Tante Kari, die nachmittags, waehrend ihre beiden Soehne in der Schule sind, bei uns zu Hause bleibt. Nach dem Essen gehen wir nach Hause, machen was am Computer, gucken Fernsehen, lesen, hoeren Musik, lernen fuer die Schule (eher nicht ;)) und schlafen ein paar Stunden. Seit heute habe ich auch Klavierunterricht, wo ich jetzt dreimal in der Woche hingehen kann.Um sieben ungefaehr essen wir dann eine Kleinigkeit, meistens Gebaeck, entweder so kleine Mini-Broetchen - super lecker - oder Kuchenteilchen (wehe irgendjemand macht sich ueber dieses Wort lustig) und trinken Mate, Cappuchino oder Tee... Um acht gehe ich dann an manchen Tagen mit Car, Georgi und Nora ins Fitnessstudio, manchmal treffen wir uns mit irgendwem oder fahren ins Zentrum (das dann aber eher nachmittags ;))... Um zehn Uhr/ halb elf essen wir dann zu Abend und um zwoelf ungefaehr gehen wir ins Bett. Abends (und auch beim Mittagessen)laueft hier ununterbrochen der Fernseher... Am Wochenende (und auch donnerstags) gehen wir abends meistens weg, dass heisst meistens in die Disco... Die machen hier viel spaeter auf als in Deutschland, wir treffen uns meistens so um elf/ zwoelf Uhr abends und bis wir dann losgehen wirds meistens zwei oder drei... Dafuer sind wir aber auch immer bis morgens um sieben Uhr weg und verschlafen dann meistens den halben Tag - ausser freitags, da muessen wir ja in die Schule ;) Sonntags gibts immer Asado bei Julio (dem Grossvater) und ansonsten machen wir sonntags eigentlich nichts. Die Geschaefte haben zwar ganz normal bis zehn Uhr abends geoeffnet, aber wir sind meistens zu Hause...

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Bin gestern zum ersten Mal alleine ins Zentrum gefahren :D Hoert sich vielleicht bloed an, schliesslich bin ich schon fast sechs Wochen hier, aber so eine Grossstadt, in der einem alles irgendwie spanisch vorkommt, ist doch was anderes als unser kleines Heimatstaedchen ;) Ich hab mich mit Martha, einer Austauschschuelerin aus Oesterreich getroffen, die ich von AFS her kenne... Zufaellig haben wir dann auch noch eine Gruppe anderer Austauschschueler getroffen und den Nachmittag zusammen verbracht. Das war echt witzig, alle haben in verschiedenen Sprachen gesprochen, englisch, deutsch, italienisch, schwedisch, daenisch und natuerlich spanisch ;)... Die einzige Argentinierin war Sofi, Marthas Freundin, ist aber nicht aufgefallen, sie sieht mit ihren blonden Haaren und blauen Augen naemlich nicht wirklich typisch suedamerikanisch aus... ;)Als ich abends zurueckgefahren bin, musste ich dann alleine den Weg zu meiner Bushaltestelle finden... Mein Orientierungssinn ist unglaublich - schlecht :D Wir waren die gleiche Strecke zwei Stunden zuvor schon einmal gelaufen, aber irgendwie hatte ich den Weg schon wieder vergessen... ;) Bin aber trotzdem ohne Probleme angekommen, musste nur ein paar mal nachfragen... Als ich dann im Bus sass, war es schon dunkel und ich war mir auf einmal nicht mehr ganz so sicher, ob ich wirklich wusste, wo ich aussteigen musste. Es gibt hier naemlich keine richtigen Haltestellen und im Bus wird auch nicht gesagt, "Naechster Halt, da und da"... Einmal dachte ich fast, ich haette meinen Ausstieg verpasst, wir sind in so eine Siedlung reingefahren, die mir komplett unbekannt vorkam, als wir dann allerdings um die naechste Ecke waren, habe ich die Apotheke gesehen, wo wir immer aussteigen und war wieder beruhigt :D Meine Gastfamilie ist immer total besorgt, wenn ich irgendwo alleine hingehe... Sie bieten mir dann immer an, mich hinzubringen oder mitzukommen und schreiben mir staendig SMS ob ich gut angekommen bin, ob alles ok ist.... Voll suess, dass sie sich solche Gedanken machen, aber manchmal denke ich echt, nee, ich mach das jetzt alleine, ihr koennt schliesslich nicht immer auf mich aufpassen... Und ich will mich hier doch auch frei bewegen koennen und nicht immer davon abhaengig sein, dass mich jemand begleitet... ;)